Studieren In Zeiten Des Bachelors

Matti Bauer begleitet in „STUDIEREN IN ZEITEN DES BACHELORS" Studenten in Berlin, München und Düsseldorf durch Hörsäle, Bibliotheken und Studentenkneipen. Aus der Perspektive der Betroffenen und aus eigenen Erfahrungen des Autors wirft der Film einen kritischen Blick auf das Bachelor-System, das wenig gemein hat mit der Studentenzeit des Filmemachers: Damals sei „Bologna“ noch „eine Stadt in Norditalien gewesen und kein Synonym für eine Studienreform, über die viel geredet wird – und meist nichts Gutes.“ Galten die Studenten 1968 noch als revolutionär, müssen sie sich heute anhören, angepasst und unpolitisch zu sein. Es scheint, als wären die Etiketten schnell mal um 180 Grad gewendet worden.

In der Diskussion über die Bolognareform und den Bachelor fällt immer wieder der Name Wilhelm von Humboldt. Der Film bricht eine Lanze für sein humanistisches Bildungsideal und nimmt immer wieder Bezug darauf: Nach Humboldt sollen Studenten nicht auf einen bestimmten Beruf hin studieren, sondern erst ihre Persönlichkeit bilden. Und in der „zweckfreien“ Wissenschaft sieht der Gelehrte die nützlichste, weil sie auch für Unvorhergesehenes Lösungen bereithält.

„STUDIEREN IN ZEITEN DES BACHELORS" ist ein leises Plädoyer für eine andere Universität, eine, die den Studenten ein paar mehr Oasen des „absichtslosen Studierens“ lässt als es heute der Fall ist. Weniger Bachelor, mehr Humboldt.



Kamera: Johannes Straub
Ton: Andreas Eschbaumer
Schnitt: Robert Vakily
Produzentin: Dagmar Biller